Inspirierender Gebets-Info-Tag
Der Gebets-Info-Tag am Samstag, 21. März, war eine wunderbare Gelegeneit zu erfahren, wie Gott in den Ländern am Nil wirkt, welche Wunder er unter uns und unseren Partnern tut.
Mathias Rellstab, Kommunikation Mission am Nil | Lesezeit: 5 Minuten
Gebets-Info-Tag, was ist denn das? Einmal im Jahr treffen sich Missionsfreunde aus der ganzen Schweiz, die regelmässig für die Arbeit der Mission am Nil beten, zu Gemeinschaft, Informationsaustausch – und natürlich zum Gebet. Standen vor einem Jahr die vielen Veränderungen in der Schweizer Geschäftsstelle im Fokus, stand diesmal die Arbeit in Afrika im Zentrum. Wir hörten, wie Gott in den letzten Wochen wirkte, welche Wunder er unter uns und unseren Partnern tut.
Sudan: Grosse Not und eine Hoffnungsschimmer
Aus Ägypten war unser Leiterehepaar Joseph und Sela angereist (Namen aus Sicherheitsgründen geändert), die aus dem Sudan flüchten mussten. Sie berichteten von viel Not und Elend: Es gibt Millionen von Vertriebenen, die unter elenden Umständen leben und Hunger leiden. Die einzige Fabrik im Land, die Babynahrung herstellte, liegt längst in Schutt und Asche. Offizielle Schätzungen gehen davon aus, dass seit Kriegsbeginn 45‘000 Kinder verhungert sind; die tatsächlichen Zahlen dürften höher liegen. Dazu kommen unzählige Tote durch die kriegerische Gewalt und auch Kriegsverbrechen.
Doch es gibt ermutigende Entwicklungen: In der Hauptstadt Khartum ist die Lage seit einiger Zeit ruhig. Die Hoffnung, die seit drei Jahren geschlossene Poliklinik wieder aufzubauen, wird greifbar. Erst kürzlich haben die letzten Familien, die sich in den teilweise zerstörten Räumlichkeiten angesiedelt hatten, das Areal geräumt. Umgehend begannen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik, die wieder in der Umgebung wohnen, mit ersten Aufräumarbeiten. Bis zur Wiedereröffnung ist es noch ein langer Weg, doch wir sind voller Hoffnung und gespannt, was Joseph und Sela Anfang Juli beim MN-Tag, wenn sie wieder in der Schweiz sein werden, berichten.
Aufräumarbeiten in der teilweise zerstörten Poliklinik in Khartum
Tansania: Stark wachsende Projekte
Michael Böttiger berichtete von seinem Projektbesuch in Kigoma, wo das Kongolesische Schulzentrum und das Ausbildungszentrum Burega aus allen Nähten platzen. Räumlichkeiten werden erweitert, um mehr Platz zu schaffen. Michael konnte auch eine ehemalige Auszubildende besuchen, die mit einer Tretnähmaschine eine eigene Nähstube betreibt. Inzwischen hat Nezia, so ihr Name, zwei Mitarbeiterinnen eingestellt und bildet sie selber aus. Wie ermutigend, wenn das in Burega vermittelte Wissen solche Früchte trägt!
Nezia, die einst die Ausbildung im Zentrum Burega abschloss, ist jetzt selbstständige Schneiderin.
Auch ein Projekt zur Unterstützung junger, alleinstehender Mütter entwickelt sich sehr erfreulich. Inzwischen konnte Joyce T., die diese Arbeit aufgebaut hat, schon mehr als 20 Frauen begleiten, ihnen Zugang zu verschiedenen Ausbildungen ermöglichen und sie so in ein eigenständiges Leben führen. Sie lernen auch ein Budget zu erstellen, ihr Einkommen sinnvoll zu verwalten und vieles mehr. Manche finden neuen Halt im Glauben. Die meisten schaffen den Schritt in ein eigenständiges Leben. Damit ist die Grundlage gelegt, dass auch an ihren Kindern nicht das Stigma eines Lebens in Armut in Isolation haftet.
Ägypten: Gegen alle Widerstände
Markus Fischer zeigte auf, wie ein evangelischer Pfarrer in Ägypten Menschen mit der Botschaft des Friedens erreicht – gegen grossen Widerstand, persönliche Anfeindungen und inszenierte Gerichtsverfahren. Seine Identitätskarte wurde vor längerem von der Polizei eingezogen. Doch unser Partner lässt sich davon nicht einschüchtern und verliert den Mut nicht.
Gut gelaunt: Markus Fischer, Länderverantwortlicher Ägypten, mit Ehefrau Damaris.
Eritrea: Hoffnungsvoller Aufbruch und viele Fragen
Spannendes geschieht auch in Eritrea, wo unser Partner ein zwischenzeitlich fast verwaistes Internat wiederbelebt hat. 26 Schüler, alles potenzielle Pastorenkandidaten, leben nun dort. Wir sind dabei zu prüfen, ob und wie wir dieses spannende Projekt unterstützen können. Noch gibt es offene Fragen.
Zwischendurch wurde in verschiedenen Formen gebetet – lachend, stehend, sitzend, in Gruppen oder alleine. Am Schluss gestalteten die Teilnehmerinnen (ja, es waren mehrheitlich Frauen, aber nicht nur) einen «Hoffnungsbaum» mit Blättern aus schriftlich formulierten Gebetsanliegen.
Der Hoffnugsbaum mit Blättern aus Gebetsanliegen entsteht.
Ausblick
Der nächste Gebets-Info-Tag wird 2027 stattfinden, der Termin steht noch nicht fest. Neben dem monatlichen Gebetsbrief (gedruckt oder per E-Mail) bieten wir neu einen Threema-Kanal an, auf dem wir ein- bis zweimal pro Woche topaktuelle, kurze Infos und Gebetsanliegen übermitteln. Interessierte melden sich bei Rita Haudenschild (E-Mail oder Telefon 044 767 90 09).