Suchen

News

Wiederaufbau der Abu Rof-Klinik

Wiederaufbau der Abu Rof-Klinik

Die Menschen im Sudan benötigen dringend Hilfe. Dazu wollen wir einen Beitrag leisten: Die durch den Krieg verwüstete Abu Rof-Klinik in Khartum soll wieder zu einem Ort werden, an dem Notleidende medizinische Hilfe und neue Hoffnung finden. Rita Haudenschild, unsere Länderverantwortliche für den Sudan, beantwortet dazu die wichtigsten Fragen.

Interview: Mathias Rellstab


Rita, welche Vision hast du für die Abu Rof-Klinik?

Als ich vor zwei Jahren bei der Mission am Nil anfing, war die Klinik wegen des Krieges bereits geschlossen.  So hatte ich selber noch keine Gelegenheit für einen Besuch. Mich bewegt aber die Schilderung von Erzbischof Ezekiel, dem Oberhaupt der Episkopalen Kirche: Er sagte: „Es war etwas einzigartiges, viel mehr als nur eine Klinik. Menschen, die hierherkamen, verliebten sich in diesen Ort.“ Das hat damit zu tun, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich wirklich für die Patienten interessierten und mit ganzer Kraft versuchten, für sie eine gute Lösung zu finden. Manche hatten zuvor schon an vielen anderen Stellen vergeblich Hilfe gesucht. Ich wünsche mir, dass die Abu Rof-Klinik wieder zu einem Hoffnungsort werden kann.
 

Welche konkreten Schritte gab es bereits?

Wir überlegten uns zunächst: Was braucht es zwingend, um mit dem Wiederaufbau zu beginnen? Inzwischen sind die meisten dieser Kriterien erfüllt: Die Lage rund um die Hauptstadt hat sich beruhigt, immer mehr Geflüchtete kehren zurück.  Baumaterial und Medikamente sind – wenn auch zu hohen Preisen – verfügbar, Geldtransfers sind möglich. Also haben wir erste Schritte eingeleitet: Aufräumarbeiten und die Wiederherstellung der Strom- und Wasserversorgung. Auch ganz wichtig: Dr. Ramiz, der medizinische Leiter der Klinik, ist vor Ort und bereit, beim Wiederaufbau eine führende Rolle einzunehmen. Er spürt eine klare Berufung für diese Aufgabe.
 

An was bis du derzeit dran?

In den letzten Wochen haben der administrative Leiter der Klinik, der medizinische Leiter sowie dessen Bruder, ein Ingenieur, die Pläne für den Wiederaufbau konkretisiert und einen Kostenvoranschlag erarbeitet. Dieser umfasst neben den Bauarbeiten auch den Kauf einer Grundausstattung an Medikamenten und medizinischen Instrumenten. Während des Krieges wurde ja praktisch alles geplündert und muss deshalb neu beschafft werden.
 

Als neuer Bereich soll die Trauma-Begleitung das Klinikangebot ergänzen. Warum ist das wichtig?

Ich selber begleite seit vielen Jahren Menschen mit traumatischen Erfahrungen. In einem Kriegsland ist das Thema omnipräsent. Das fiel mir in Gesprächen auch sehr schnell auf. Es gab im Sudan so viel Gewalt, die sich oft gezielt gegen Zivilpersonen richtete. Die ganze Gesellschaft ist traumatisiert! Das können wir nicht ignorieren. Deshalb haben wir begonnen, Mitarbeiter und Freunde der Abu Rof-Klinik zu schulen. Sie durchlaufen zunächst selber einen Prozess, um ihr eigenes Trauma zu verarbeiten. Das ist wichtig, denn nur wer selber seelisch gesund ist, kann anderen helfen. Im nächsten Schritt lernen die Kursteilnehmer unter kundiger Anleitung, wie sie Betroffene begleiten können. Dabei kommt es zu bewegenden Momenten. Unser Mitarbeiter R. zum Beispiel sagte, er habe es zum ersten Mal erlebt, dass ein sudanesischer Mann offen über schwierige Erlebnisse sprach und dabei sogar weinte.
 

Was braucht es noch, bis es mit dem Wiederaufbau der Klinik so richtig losgehen kann?

Die Vorbereitungen sind soweit gediehen, dass wir loslegen können, sobald die nötigen Mittel vorhanden sind. Wir benötigen über das normale Budget hinaus etwa 200’000 Franken zusätzlich, um den Wiederaufbau zu stemmen. Ein grosser Betrag, der sich aber relativiert, wenn man bedenkt, wie vielen Tausend Menschen dadurch in Zukunft geholfen werden kann. Wir hoffen, einen Teil der Summe von Stiftungen zu erhalten, sind aber auch sehr auf einzelne Spenderinnen und Spender angewiesen, die es auf dem Herzen haben, die medizinische Arbeit im Sudan wieder aufzubauen.


Du arbeitest seit zwei Jahren mit viel Elan und Ausdauer an diesem Projekt. Was motiviert dich persönlich dranzubleiben? 

Im Sudan ist die medizinische Grundversorgung seit mehr als drei Jahren weitgehend lahmgelegt.  Die Not und das Leid, die dadurch entstanden sind, können wir uns kaum vorstellen. Auch wenn es noch keinen dauerhaften Frieden im Land gibt, brauchen die Menschen jetzt Hilfe und nicht irgendwann in ferner Zukunft. Für viele geht es schlicht um Leben oder Tod, zum Beispiel Kleinkinder: Im ganzen Land sind schon mindestens 45’000 Säuglinge und Kleinkinder an Unterernährung gestorben. Es hat für mich auch mit christlicher Nächstenliebe zu tun, dass uns diese Situation nicht kalt lässt, sondern zum Handeln bewegt.

Wir haben den grossen Vorteil, dass wir nicht Leute von irgendwo hinschicken müssen – unsere Mitarbeiter sind bereits vor Ort, kennen die lokale Sprache und Kultur. Hier bietet sich uns eine enorme Chance, etwas aufzubauen und einen Unterschied zu machen. Das motiviert mich.

 


Der Wiederaufbau der Abu Rof-Klinik ist nur mit Hilfe vieler Spenderinnen und Spender möglich.
>> Ja, ich möchte das Projekt mit einer Spende unterstützen

 


Beim Live-Talk am Donnerstag, 29. Oktober um 20.00 Uhr informiert Rita Haudenschild, unsere Länderverantwortliche, über den Stand dieses wichtigen Projekts. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, am Online-Anlass teilzunehmen.
>> Weitere Infos und Anmeldung
vorheriger Artikel Wie Aimée ein neuer Mensch wurde
Drucken

Vielen Dank für Ihre wertvolle Unterstützung!

  Spenden

  Newsletter / Zeitschrift

Die Mission am Nil ist steuerbefreit und als gemeinnützige Organisation anerkannt. CHE-105.809.481

 

Schweiz

Mission am Nil International
Friedhofstrasse 12
8934 Knonau

+41 44 767 90 90
info@mn-international.org

Spendenkonto:
CH63 0900 0000 8002 2156 1
PostFinance

Deutschland

Mission am Nil Deutscher Zweig e. V.
Adina Dorn, Missionssekretärin
Schillerstr. 17
58540 Meinerzhagen

+ 49 155 65755057
a.dorn@mn-international.de

Spendenkonto:
DE72 6729 2200 0091 3135 02
Volksbank Kraichgau eG

Zertifizierungen

© 2026 Mission am Nil International Impressum Datenschutzerklärung FAQ
Back To Top