Suchen

News

Wie Aimée ein neuer Mensch wurde

Wie Aimée ein neuer Mensch wurde

Seit April ist eine neue Gruppe von zwölf Frauen bei uns im Panzi-Rehazentrum. Alle wurden durch schlimme Gewalterfahrungen geprägt. Eine dieser Frauen, die Schritt für Schritt ihr Trauma überwinden und den Weg zurück ins Leben finden, ist Aimée.

Pfr. Maurice K., Landeskoordinator DR Kongo


Es geschah Anfang Januar 2026: Bewaffnete Männer drangen in das Haus der 28-jährigen Aimée* ein und verschleppten sie in den Busch. Dort wurde sie vergewaltigt und alleine zurückgelassen. Ein schreckliches Geschehen, wie es sich leider im Ostkongo täglich ereignet. Traumatisiert von den schrecklichen Erlebnissen, kehrte die Mutter von vier Kindern am nächsten Tag zu ihrer Familie zurück.

Der Pastor ihrer Gemeinde kannte das Panzi-Rehazentrum bereits. Er kontaktierte uns telefonisch, schilderte uns den kritischen Zustand des Gewaltopfers und fragte, ob wir Aimée zusammen mit ihren Kindern aufnehmen könnten. Wir sandten unseren erfahrenen Mitarbeiter Espoir in das Dorf mit dem Auftrag, sich der Familie anzunehmen.


Eine erstaunliche Verwandlung

Als wir Aimée schliesslich bei uns in Bukavu empfangen konnten, wirkte sie stark abgemagert. Es gab keinen Zweifel, dass es ihr körperlich und seelisch sehr schlecht ging. Auch ihre Kinder zeigten Anzeichen von Unterernährung. Eines mussten wir sogar wegen ausgeprägter Blutarmut und Malaria in ein Krankenhaus einweisen.

Im ersten Monat wirkte Aimée sehr schüchtern, ängstlich und verstört. Oft versank sie in Selbstmitleid. Mit Beginn der Therapie kehrte schon bald die Lebensfreude zurück, sie konnte sogar wieder lachen. Als ihr krankes Kind das Spital verlassen konnte, verstärkte das ihre Freude noch.


Geteiltes Leid

Ein Schlüsselerlebnis war der Besuch bei anderen Frauen, die ähnliches durchmachen mussten und die im bekannten Panzi-Krankenhaus von Dr. Denis Mukwege untergebracht waren. Durch diesen Besuch erkannten Aimée und die weiteren Frauen der Gruppe, wie viele andere ihr schweres Schicksal teilten. Das trug wesentlich zur Traumaverarbeitung bei. Auch für uns war das eine wichtige Erkenntnis: zu sehen, wieviel Trost leidende Menschen bei Schicksalsgenossinnen finden, die sich in einer vergleichbaren Situation befinden.

Heute kann ich sagen, dass Aimée in den Monaten bei uns zu einem ganz anderen Menschen geworden ist. Sie hat sich geöffnet, spricht über das Erlebte und ist offen für unseren Rat. Ihr Gesicht strahlt Hoffnung aus, was auch für uns ein Grund zur Freude ist.


Hoffnung ist ansteckend

Eine weitere Erkenntnis, die wir aus ihrer Geschichte ziehen: Hoffnung ist ansteckend. Aus dem Leben dieser Frau, die mit tiefen Verletzungen zu uns kam und ihre Zukunft düster sah, ist ein Leben voller Hoffnung entstanden. Die Hoffnung, die wir bei ihr und in den Gesichtern der anderen Frauen sehen, die von ihren Lasten befreit wurden, erfüllt unsere Herzen mit Freude und Dankbarkeit.


* Name aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes geändert

vorheriger Artikel Von jahrelangem Schmerz befreit
Drucken

Vielen Dank für Ihre wertvolle Unterstützung!

  Spenden

  Newsletter / Zeitschrift

Die Mission am Nil ist steuerbefreit und als gemeinnützige Organisation anerkannt. CHE-105.809.481

 

Schweiz

Mission am Nil International
Friedhofstrasse 12
8934 Knonau

+41 44 767 90 90
info@mn-international.org

Spendenkonto:
CH63 0900 0000 8002 2156 1
PostFinance

Deutschland

Mission am Nil Deutscher Zweig e. V.
Adina Dorn, Missionssekretärin
Schillerstr. 17
58540 Meinerzhagen

+ 49 155 65755057
a.dorn@mn-international.de

Spendenkonto:
DE72 6729 2200 0091 3135 02
Volksbank Kraichgau eG

Zertifizierungen

© 2026 Mission am Nil International Impressum Datenschutzerklärung FAQ
Back To Top